Es gibt wohl kaum eine Zubereitungsweise, die sich solcher Beliebtheit erfreut, wie das Grillen. Grillen vermittelt ein Gefühl aus grauer Vorzeit. Schließlich saßen schon damals die Sippen gemeinsam um eine Feuerstelle und grillten Fleisch und dergleichen an Holzspießen. Etwas von diesem instinktiven Gemeinschaftsgefühl scheint bis heute nachzuhallen. So gilt das gemeinsame Grillen auch heute noch als geselligste Form des gemeinsamen Speisens. Und wenn darüber noch die Sonne lacht, dann macht es gerade nochmal so viel Spaß. Heutzutage ist vielen gemeinsamen Mahlzeiten etwas abhanden gekommen.
Sie haben einiges von ihrem sozialen Charakter verloren. Wenn man abgespannt von der Arbeit nach Hause kommt, hat man zwar häufig Hunger aber teilweise wenig Mitteilungsbedarf. In unseren hektischen Zeiten wird das Essen häufig auf seine bloße Notwendigkeit reduziert. Mitunter deswegen haben Junkfood und Konsorten auch solche Konjunktur. Hinzu kommt außerdem, dass sich das klassische Bild der großen Familie und somit der großen Sippschaft, die gemeinsam speist, weitgehend verflüchtigt hat. Und genau deswegen ist das Grillen so beliebt! Meist grillt man, wenn man am nächsten Tag frei hat oder im Urlaub ist.
Man nimmt sich bewusst Zeit für diesen Anlass und lädt möglicherweise noch einige Verwandte und Bekannte ein. Und wenn dann jeder seine 1, 2 Grillrezepte beiträgt, dann ist für eine reich gedeckte Tafel gesorgt. Geselligkeit ist beim Grillen absolut erwünscht. Eine Familie, die weitestgehend schweigend um das Abendbrot herumsitzt, ist durchaus nichts Außergewöhnliches. Eine schweigende Runde beim Grillen? Undenkbar! Grillen zelebriert eine Esskultur und einen sozialen Anlass, der uns als Arbeits- und Konsumgesellschaft sonst schon weitgehend abhanden gekommen ist.
by Petra Haas
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