Warum nicht einmal in die Oper?

Bieder, verstaubt, langweilig. Dies verbindet man mit der Oper. Schickeria hier – ein Küsschen da. Dazu noch stundenlang auf engstem Raum auf unbequemen Sitzen. Da verbringt man dann doch lieber einen entspannenden Abend vor dem Plasma Fernseher mit geröstetem Kartoffelteig (auch genannt „Chips“)auf der Couch. Klassische Musik haftet ein ähnliches Problem an. Der Zugang zur Kunst ist schwierig und bedarf einiger Einarbeitungszeit und dem Willen sich auf etwas einzulassen.

Da lebt es sich in der heutigen Medienwelt mit seiner ständigen Berieselung und Beschallung einfacher – keine Frage. Ernste Kunst und Musik haben aber viel mehr zu bieten und lassen sich viel eindringlicher entdecken als ein Abend im Privatfernsehen. Während man ansonsten untätig sitzt und jegliche Sinnesreizungen auf sich einprasseln lässt, kann man in der Musik aktiv mitgestalten und in eine eigene Welt eintauchen. Oper birgt das wahre Leben: Liebe, Sehnsucht, Leid oder Hass drücken sich durch Musik und Schauspiel viel intensiver aus, als es über eine Mattscheibe je transportiert werden kann.

Opern Schauspieler müssen mehr Talent und Qualitäten mitbringen: Eine Inszenierung dauert oftmals zwei bis drei Stunden – ein „Take“ beim Fernsehen vielleicht nur 2 Minuten. Danach wird wieder zum Skript gegriffen und die nächsten fünf Zeilen auswendig gelernt. Weitere Parallelen finden sich auch in der Musik: Bachs Weihnachtsoratorium dauert etwa anderthalb Stunden. Im Vergleich zu einem drei minütigen Pop-Song eine Ewigkeit. Klassische Musik ist über Jahre hinweg von einem Komponisten minutiös zusammengearbeitet worden. Heute übernimmt dies ein Computer in fünf Minuten. Entdecken Sie diese geistige Tiefe auch einmal in der Oper!

 

Verwandte Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Name*
E-Mail*
Website

* Diese sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht!

CommentLuv Enabled

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.